Ob in der Jagd, beim Golf oder auf dem Bau – ein Entfernungsmesser ist ein Präzisionswerkzeug, das in vielen Bereichen unverzichtbar geworden ist. Er liefert schnelle und genaue Distanzangaben, die für fundierte Entscheidungen und präzise Handlungen notwendig sind.
Angesichts der Vielzahl von Modellen und Technologien auf dem Markt kann es jedoch herausfordernd sein, das optimale Gerät zu finden.
Bevor Sie einen Entfernungsmesser kaufen, sollten Sie sich über die spezifischen Anforderungen Ihres Einsatzgebietes im Klaren sein und verschiedene Schlüsselfaktoren sorgfältig abwägen.
1. Das Einsatzgebiet und der erforderliche Messbereich
Der wichtigste Faktor ist der primäre Verwendungszweck des Geräts. Ein Golfer benötigt andere Funktionen und Reichweiten als ein Jäger oder ein Bauingenieur.
Für das Golfspiel sind Messbereiche bis zu 400 Meter oft ausreichend, wobei hier die Genauigkeit bei kurzen Distanzen und die Golffunktionen (wie die Slope-Kompensation) im Vordergrund stehen.
Jäger hingegen benötigen häufig Messbereiche von über 1000 Metern, um Ziele unter schwierigen Bedingungen (Dämmerung, Wald) zu erfassen.
Bestimmen Sie den maximalen Abstand, den Sie zuverlässig messen müssen, um die passende Leistungsklasse zu wählen. Ein zu schwaches Gerät wird im Ernstfall frustrieren, während ein überdimensioniertes unnötig teuer ist.
2. Die Art der Technologie (Laser oder Ultraschall)
Die meisten modernen Entfernungsmesser basieren auf der Lasertechnologie, welche sehr präzise Messungen über große Distanzen ermöglicht.
Es gibt jedoch auch Ultraschallgeräte, die meist günstiger sind und für kürzere Distanzen in Innenräumen oder bei wenig anspruchsvollen Anwendungen eingesetzt werden.
Laser-Entfernungsmesser senden einen Lichtimpuls aus und messen die Zeit, die der Impuls benötigt, um von einem Ziel reflektiert zu werden ($t$).
Die Entfernung $d$ wird dann mittels der Lichtgeschwindigkeit $c$ berechnet: $d = \frac{c \cdot t}{2}$. Achten Sie beim entfernungsmesser kaufen auf die Laserklasse (meist Klasse 1 oder 2), um die Augensicherheit zu gewährleisten.
3. Optische Qualität und Vergrößerung
Besonders bei Geräten für weite Entfernungen ist die optische Leistung entscheidend. Eine gute Optik sorgt dafür, dass Sie das Messziel klar und scharf sehen, selbst bei schlechten Lichtverhältnissen. Achten Sie auf die Vergrößerung (z.B. 6x oder 8x) und den Objektivdurchmesser.
Ein größerer Durchmesser des Objektivs lässt mehr Licht in das Gerät und verbessert die Helligkeit des Bildes, was bei Dämmerung von Vorteil ist. Hochwertige Linsenvergütungen (Coatings) reduzieren Reflexionen und erhöhen den Kontrast.
Eine stabile und klare Sicht ist die Grundlage für eine präzise Messung, da der Laserstrahl exakt auf das Ziel gerichtet werden muss.
4. Zusatzfunktionen und Ballistische Intelligenz
Je nach Anwendung kann eine Reihe von Zusatzfunktionen nützlich oder sogar notwendig sein. Golfer profitieren von der sogenannten Slope-Funktion, die die Höhendifferenz zum Ziel berücksichtigt und die „Spielentfernung“ ausgibt.
Jäger hingegen suchen oft nach Geräten mit integrierter ballistischer Intelligenz, die den Haltepunkt basierend auf der Entfernung, dem Neigungswinkel und den Geschosseigenschaften berechnen.
Auch Funktionen wie die Zielpriorisierung (First Target Priority Mode für Golf, um die Fahne statt Bäumen zu messen) oder die Scan-Funktion zur kontinuierlichen Messung beweglicher Ziele sind wichtige Kriterien, wenn Sie einen Entfernungsmesser kaufen.
5. Ergonomie, Robustheit und Wetterbeständigkeit
Ein Entfernungsmesser ist ein Feldgerät und muss daher robust konstruiert sein. Achten Sie auf eine gummiarmierte Außenhülle, die das Gerät vor Stößen schützt und einen sicheren Halt bietet. Die Ergonomie ist wichtig für die einhändige Bedienung.
Zudem muss das Gerät wetterfest sein. Eine IP-Schutzklasse (z.B. IPX4 oder IPX7) gibt Auskunft über den Schutz gegen Spritzwasser oder zeitweiliges Untertauchen. Beschlagfreie, mit Stickstoff gefüllte Optiken sind ideal, um auch bei Temperaturwechseln klare Sicht zu behalten.
